Graphic Philosophy
Philosophische Werke - ob Text, Aphorismus oder Grafik - bedeuten immer auch das Wagnis, andere Menschen auf die eigene Gedankenreise mitzunehmen. Dieser Vermittlungsversuch ist heikel, aufregend und anspruchsvoll. Manchmal gelingt es mit kleinen Bildchen, einem Wortwitz oder ein paar kleinen gezeichneten Schweinchen mehr zu vermitteln, als mit einem 500-seitigen Buch - aber auch hier gilt: Why not both?
Mitten im Grenzgebiet
Hier gibt es die kleine, reduzierte, gänzlich unvolkommene Version meines Buchs "Grenze - Tod - Ideologie" als Graphic Philosophy:

La gaya scienza - eine Nietzsche-Partitur
Nietzsche kann nicht nur als ein dichtender, sondern als ein musikalischer Denker gesehen werden. Immer wieder ruft er dazu auf, seine Werke mit den Ohren zu lesen, zu lesen mit dem „dritten Ohr“. Mit dieser graphischen "Partitur" habe ich die Aphorismen 276-319 im Vierten Buch der Fröhlichen Wissenschaft mit den Ohren gelesen und in eine graphisch-musikalische Form überführt - auf der einen Seite werden die einzelnen Melodien und Instrumente, auf der anderen Seite der Gesamtklang des Werks erkennbar.
Anleitung zum selbst Basteln: Partitur doppelseitig (kurze Seite) ausdrucken.
An der gestrichelten Linie mit einem Cutter einen sauberen Schnitt setzen. Das Blatt der Länge nach mittig falten. Wieder auffalten. Dann so falten, dass die kurzen Seiten aufeinander liegen. Dann jeweils eine kurze Seite zur Mitte hinfalten. Wenn alle Knicke da sind (1 horizontale, 3 vertikale), wird das Zine in Form gebracht: So falten, dass der Schnitt zum Kreuz wird. und die entstehenden "Seiten" aufeinander legen.
